Do. 06. Oktober 2011 - Abgelegt in:
Zeitgeschehen | FarewellDie Nachricht ist noch keine 24 Stunden alt, die Medien sind voll von dem Thema das Tages. Die Einen sind noch erschüttert und die andern längst angepisst von dem ihnen unverständlichen Hype um eine Person: Steve Jobs.
Keine Sorge, hier kommt keine weitere Aufzählung von all den Dingen die er getan hat - ich Scheibe nur ein par Erinnerungen und Gedanken dazu auf, was mich seit heute Nacht umtrieb.
Das ist tatsächlich der erste Tod eines mir nicht persönlich bekannten Menschen, der mich spontan tief bewegt hat. Und dabei habe ich bis jetzt kaum einen Gedanken daran verschwendet, was das nun für die Zukunft der Firma mit dem angebissenen Apfel bedeutet. Es spielt auch eine untergeordnete Rolle, das es nun andere sein werden, die unser aller digitale Zukunft prägen werden. Was aber sehr wohl eine Rolle spielt das ich, wie viele andere Computernerds meines Jahrganges einen treuen und höchst inspirierenden Weggefährten verloren haben. Vielleicht auch einen Helden zu dem wir immer gerne aufgeschaut haben. Eine echte Persönlichkeit, aus einer Branche die noch vor zwanzig Jahren nur Freaks Einblick gewährte.
Meine erste echte Begegnung mit einem Computer war irgendwann 1981 oder 1982. Und es war ein Apple II. Auf ihm absolvierte ich die ersten Programmier-Gehversuche und es war die Initialzündung für ein Hobby und dafür das ich heute jederlei digitalen Krempel als selbstverständliches Werkzeug ansehe. Selbst in den frühen 80ern kam man als angehender Nerd nicht um die Person Steve Jobs herum - und irgendwann war man dann entweder Fan von ihm oder von seinem angeblichen Gegenspieler Bill Gates. Meine Position wahr schnell geklärt und hat sich über fast drei Jahrzehnte nie verändert. Ich habe gerade in der Pionierzeit des Homecomputers so ziemlich alle Systeme benutzt, besessen und wieder aufgegeben... denn ich brannte schon damals nur für die Marke mit dem regenbogenfarbenden, angebissenen Apfel. Bis er endlich zu meinem täglichen Arbeitsgerät wurde, verging aber noch ein Jahrzehnt - denn damals waren die Geräte einfach unerschwinglich für mich.
So ist der Tod einer solchen Person für mich eben auch eine Reise durch die eigene Vergangenheit. Durch 3/4 meines bisherigen Lebens und die Erinnerung daran das man immer auch ein Teil von all den revolutionären Veränderungen dieser Jahre war. Und das es eben genau diese eine Person war, von der man so viel lernte und die gemeinsam mit all den anderen innovativen Köpfen uns das Leben ein Stück leichter gemacht haben.
Doch all dies ändert nichts an der Tatsache, das ich in den Morgenstunden des heutigen Tages hier saß und einfach nur darüber nachdachte wie es ihm wohl in den letzten Stunden ergangen ist und wie es jetzt wohl seinen Lieben ergeht. Das passiert mir sonst nie bei eigentlich Fremden - doch irgendwie ist es beinahe so als habe ich einen Freund verloren.
Farewell.
Tags: Steve Jobs, Helden, Ego, 80er
Mi. 27. Juli 2011 - Abgelegt in:
Zitate„Ich ziehe ein Bad in Rasierklingen dem in der Menge definitiv vor.“
Das hab ich 2007 mal geschrieben - und wird wohl nie an Aktualität verlieren.Tags: Meine Worte, Ego
Di. 19. Juli 2011 - Abgelegt in:
WunderbarIch kann mich noch gut daran erinnern, dass für mich als Kind meine Eltern so etwas wie die ersten Superhelden in meinem Leben waren. Papa der klügste und stärkste Mann der Welt und Mamma die mit Abstand liebenswerteste Frau, die ich mir vorstellen konnte. Irgendwann wurde das langsam dadurch entzaubert, das Supermann fliegen konnte und all die herzzerreißenden Kinofilme berührten mich mehr, als die wundervollen Gesten die sich direkt vor meiner Nase abspielten.
Da war schon immer dieser ganz besonderen Tag im Juli in unserem Hause - und irgendwann bemerkte ich, das jedes Jahr zur selben Zeit eine Rose mehr in der Blumenvase stand, wenn ich Ma und Pa begrüßte. Gestern Morgen fiel mein Blick auf einen Strauß mit 50 wunderschönen Rosen. 50 Jahre verheiratet - das ist länger als ich auf diesem Planeten wandele und das ist eine Etappe in einem gemeinsamen Leben die ich wohl kaum noch erreichen werde. 50 Jahre gemeinsame Höhen und 50 Jahre die ein oder andere Untiefe, doch jedes Jahr wuchs der Strauß um eine Rose.
Als am gestrigen Abend die Feierlichkeiten begannen, erzählte mein Vater von den 50 Jahren und davon das 5 Jahre zuvor alles mit einer Rose begann, die er unter Anstrengungen aus einem Garten pflückte. Er überreichte meiner Mutter eine weitere Rose mit den Worten „Und diese erste Rose habe ich für Dich konserviert“. Er hatte ein wenig geschwindelt, denn es war natürlich nicht die Rose die er seiner Liebsten bereits 1956 überreichte. Es war ein Schatulle in Form einer roten Rose in der sich eine goldene Kette mit einem Medaillon verbarg. Eine schlichte Plakette auf der eine Rose zu erkennen ist, eine Rose geprägt auf nichts weiter als purem Gold. Diesem ganz besonderen und wertvollen Metall, das für uns alle zum Sinnbild dieses Jubiläums geworden ist. Doch dessen Glanz nicht ansatzweise das widerspiegeln kann, was so ein Tag für die bedeutet, die ihn feiern dürfen.
Ich freue mich von ganzem Herzen diese einundfünfzig Rosen bei meinen Eltern erlebt zu haben - und ich weiß jetzt das ich als kleiner Junge schon genau so klug war wie heute: Denn meine Eltern sind und bleiben meine ganz persönlichen Superhelden.

Tags: Hochzeit, Helden, genau so, Ego
So. 26. Juni 2011 - Abgelegt in:
LebenswahnsinnFacebook-Statusmeldungen haben schon eine eigentümliche Dynamik... Neben dem üblichen Unsinn, den musikalischen Vorlieben und einen mehr oder weniger tiefen Einblick in geschmackliche oder sonstige Präferenzen zeigen sie oft Dinge die man noch viel weniger sehen will, als sich die Verfasser darüber im Klaren sind. Und ich lasse an dieser Stelle mal bewusst die hochgeladenen Bilder aussen vor!
Ein gepflegtes „Ich hasse es hier“ oder der Unmut über die unpassende Extraschicht kommt meistens noch genauso an der richtigen Stelle an, wie das Teilen von temporärem emotionalen oder körperlichem Unwohlsein. Was jedoch in den Köpfen so mancher Zeitgenossen vorgeht die sich permanent oder immer wieder über Gott, die Welt und das eigene Unvermögen auslassen wird mir von Tag zu Tag schleierhafter. Nicht das ich den ganzen Tag nur leichtfüßige Unterhaltung oder Erfolgsmeldungen lesen möchte - das währ ja auch an der Realität vorbei - aber die Penetranz mit der Manche ihren Zorn in die Welt hinausposaunen und auf virtuelle Streicheleinheiten hoffen, erstaunt mich jeden Tag aufs neue.
Nun mag es Sonderlinge geben, denen das sowieso egal ist, was andere anschließend über sie denken - doch warum wollen sie dann ein Feedback? Da es jedoch den Allermeisten ganz und gar nicht egal ist, wie sie auf Ihr Umfeld wirken - ob nun durch ihre Erscheinung oder durch das was sie tun oder sagen, fällt mir regelmäßig ein Draht aus der Mütze wenn ich mir die Historie von all dem Geschrei in Erinnerung rufe. Wissen diese Menschen eigentlich, was sie auf diese Weise alles von sich preisgeben? Hat denen schon mal Irgendjemand oder günstigstenfalls ein Nahestehender gesagt, was nach Ihrem Seelenstriptease noch für ein Eindruck übrig bleibt? Und wieso merkt eigentlich niemand von den Heulbojen, dass das alles ihren eigenen Unmut keinen Deut besser macht?
Oder geht es am Ende doch nur darum, die Umwelt durch das was sie liest und vor allem durch die Bilder die das Erzeugt, ganz langsam auf das eigene Wuterfüllte Niveau herabzuziehen - um sich zum Schluß nicht mehr so Nackt und allein zu fühlen, wie man sich selbst gemacht hat?Tags: Facebook, Ego
Di. 07. Juni 2011 - Abgelegt in:
LebenswahnsinnWir haben zwei Weltkriege überstanden, der Kalte Krieg liegt hinter uns und Osama bin Laden ist nicht mehr existent. Während ein Teil der demokratischen Welt noch auf der Suche nach einem neuen Feindbild im nahen Osten ist, haben die ehemaligen Verbündeten auf der anderen Seite der Erde aus gutem Grund den Geigerzähler zu Ihrem liebsten Gadget erkoren. Ja und wir, wir haben endlich unseren ganz eigenen Feind unter ein par alten Weggefährten ausgemacht: Es lebe die unsichtbare Bedrohung aus Fleisch, Eiern und Gemüse! Vorbei der Kampf gegen hausgemachte Probleme, wie FCKW, Dioxin, CO2 und die kleinen strahlenden Partikel haben wir spätestens in zehn Jahren im Griff! Wen interessieren schon die Folgen von falscher Ernährung wenn wir beim Einkauf zu verpackten Produkten mit Bio-Siegel Greifen? Da können wir doch sorgenfrei dem neusten Trend frönen und das frische Gemüse mit Chemischen Keulen keimfrei machen! Und nicht vergessen: Auf öffentlichen Toiletten werden zwar keine gesundheitsgefährdenden Keimkonzentrationen gefunden - aber richtig geputzt wird da nicht! Mit wirksamen Desinfektionsmitteln ginge das noch viel sauberer! Benutzen sie diese wenigstens zu Hause und ein Desinfektionsmittelspender neben dem Waschbecken ist das mindeste was sich noch anschaffen sollten. Bereits einundzwanzig Tote! Das bedeutet Krieg! Vergessen sind all die anderen Krankheiten die seit Dekaden tausende von Menschenleben kosten - da finden die ja sowieso kein Mittel. Bahnbrechende Entwicklungen in der HIV-Forschung gehen dann auch gerne mal auf irgendeiner News-Plattform unter, denn wir wissen ja bereits, wie man die intimsten Momente keimfrei gestalten kann... Ich höre jetzt besser auf, bevor ich von den ganzen Desinfektionswahn noch Hautausschlag bekomme und ziehe mir einfach das T-Shirt von gestern noch einmal an. Der Kaffeebecher vom Wochenende darf auch noch einmal genauso ungespült wie das Frühstücksmesser seinen Dienst verrichten - vielleicht werde ich durch so ein verhalten jetzt zum einsamsten Menschen in diesem Land - aber dafür fühle ich mich wenigstens noch wie einer.Tags: Antisepisch, so nich, Ego
Mi. 02. März 2011 - Abgelegt in:
WerbewahnsinnWenn man sich mit Design im weitesten Sinne beschäftigt bekommt man früher oder später ein gutes Gefühl für das Material, was man verarbeitet. Auch jenseits der eigenen Kompetenzen weiß man oft sehr schnell was geht und was nicht, mit wie viel Aufwand eine Produktion verbunden ist und ob oder wen man zur Hilfe rufen muss, wenn man an die Grenzen seiner eigenen Handfertigkeit gerät.
Es gibt jedoch eine zeitgemäße Form des Designs die sich beinahe jeder Konvention entzieht und die obendrein so etwas wie einen lebenden Organismus darstellt. Ein umtriebiges Ding, dass sich jeden Tag von einer anderen Seite zeigt: Webdesign.
Vorbei die Zeiten, zu denen man sich vor ein leeres Blatt Papier setzt, seinen Gedanken freien Lauf lässt und dann nach einer Möglichkeit sucht seine Ideen selbst umzusetzen oder eben jemanden beauftragt, der das für einen erledigt.
Spätestens, wenn man sich einmal intensiver damit beschäftigt hat, das jeder auch noch so einfache Entwurf auf jedem der drölf Trillionen möglichen Ausgabegeräte anders aussehen wird und einen das noch nicht demoralisieren konnte - fliegt jedem ansatzweise gestaltungsverliebten Menschen der Draht aus der Mütze, wenn es darum geht abzuwägen welche Einschränkungen im Design noch umgesetzt werden müssen, um wenigstens einem Großteil der zu erwartenden Audienz einen ungefähr, ansatzweise, vielleicht, ähnlichen Eindruck zu vermitteln.
Es gab eine Zeit da galt in solchen Fällen Flash als Allheilmittel - trotzdem konnte ich mich auch in der prä-iPhone-Ära nicht mit dieser Technik anfreunden. Der Tribut ist, das es heute zig mehr oder weniger ineinander verwobene Techniken gibt, die auch noch je nach Anzeigesoftware unterschiedlich angesprochen sein wollen und im Grunde darf man dann sein Design drei bis acht mal neu überarbeiten und anpassen und am Ende darauf hoffen, das es niemandem auffällt, dass das Ergebnis auf der Kombination Betriebssystem X / Browser Y eigentlich mal garnicht geht.
Die Frage die ich mir heute öfter denn je stelle ist nicht mehr, was der ganze Unsinn soll, sondern ob ich mir das wirklich noch antun muss...
Gutes Design sollte vor allem kompromisslos sein und der Sprache des Designers folgen. Gutes Webdesign ist jedoch nichts weiter als der beste Kompromiss aus einem Wirrwarr an Dialekten.Tags: Webdesign, Ego
Mi. 16. Februar 2011 - Abgelegt in:
WerbewahnsinnFrüher - und dieses Früher ist wenig mehr als eine Dekade alt - hatte ich immer die passende Ausrede „Stimmt, ich kann alles, aber nix richtig“ auf den Lippen.
Zu dieser Zeit gab es aber noch soetwas wie ein Grundverständnis dafür, das man zur Produktion eines Kataloges wenigstens einen Photographen, einen Texter, einen Typographen, einen Layouter, einen Retuscheur, den ein oder anderen Helfer und natürlich das kreative Mastermind braucht.
Irgendwann begannen dann die Zeiten zu denen die Auftraggeber glaubten: Der Typ sitzt sowieso vor seinem Computer mit all den kreativen Programmen - wieso kann der denn nicht gleich alles machen - und da der sowieso schon alle Daten hat, dann diese bitte auch gleich ins Internet stellen!
Auf diesen Zug sind nicht wenige Einzelkämpfer und Kreativ-Nerds aufgesprungen, denn es war und ist ein scheinbar tolles Unterfangen dem Kunden alles aus seiner Hand bieten zu können. Die Handschrift passt, man muss keine Termine mit anderen absprechen und sich vor allem auch nicht über das angebliche Unvermögen von Spezialisten aufregen. Die Welt könnte so schön sein... währ da nicht dieser unausstehliche Bumerang. Und dabei rede ich gar nicht davon, das man sich mit seiner eigenen Terminplanung irgendwann nur noch ein Grab nach dem anderen gräbt.
Man fügt sich im Laufe der Jahre in all die Schranken ein, die einem durch den eigenen Wissenshorizont beim benutzen der immer mächtiger werdenden Programme gesetzt werden. Man hat gar keine Zeit mehr über all die Tellerränder zu gucken zwischen denen man rumschwimmt. Man hat gar keine Muße mehr sich in den Dingen intensiv weiter zu entwickeln, die einem wirklich am Herzen liegen...
Irgendwann funktioniert man nur noch. Als Schweizer Taschenmesser und nicht als Damaszener-Klinge... und mit der Schärfe und Beständigkeit des Outputs verhält es sich dann auch genau so.
Heute muss ich leider von mir sagen: Ich kann zwar alles - aber schon lange nix mehr richtg.Tags: Design, Ego
Fr. 22. Oktober 2010 - Abgelegt in:
MusikWir schreiben das Jahr 1980. Mein coolstes Kleidungsstück ist ein roter Nicki-Pulli und ich ärgerte mich höchstens darüber, das ich nicht mehr in meine Schaffell-Ledermütze mit runterklappbaren Ohrenschützern passe. Doch es ist sowieso Sommer und ich werde bald 12 Jahre alt: Also Zeit in die Welt hinauszuhören, ob es neben der Hitparade, Boney M , ABBA, Mirelle Mathieu und dem bereits seit drei Jahren verstorbenem Elvis etwas zu entdecken gibt.
Ich war dank des letzten Weihnachtsfestes stolzer Besitzer eines Stereo-Radio-Recorders und verbrachte mindestens zwei Abende die Woche damit, zum richtigen Zeitpunkt auf die orangene Aufnahmetaste zu drücken.
Irgendwann im Sommer 1980 landete dann dann ein Musiktitel auf einer frischen Kassette, der mich für immer prägen sollte. Dabei konnte ich zur damaligen Zeit weder mit dem Begriff „Post-Punk“ noch mit dem frühen Tod von Ian Curtis etwas anfangen.
Mein allererster und allerältester, ganz persönlicher Evergreen! Das wohl bekannteste Lied einer Band, die bis heute unzählige Musiker beeinflusst hat und auf den wunderbaren (wenn auch umstrittenen) Namen „Joy Division“ hört. „Love will tear us apart“ versetzt mich seit nunmehr 30 Jahren in pures verzücken - und die Erinnerungsstürme die es bei jedem Hören auslöst werden von Jahr zu Jahr nur größer und heftiger.
Joy Division - Love Will Tear Us Apart von hushhush112Tags: 80er, Meilensteine, Ego
So. 08. August 2010 - Abgelegt in:
ZitateDiese Zitat begleitet mich bereits seit Jahren, denn es ist auf vielschichtige Art stellvertretend für meine Sicht der Dinge.
Der Satz ist aus der Feder von Jerome Reuter und entstammt dem Lied "The Orchands" von Rome.Tags: Rome, Ego